Leuchtende Finsternis Fis-moll

Max Regers Fis-moll-Variationen – Klaisorgel der Christuskirche Karlsruhe – Carsten Wiebusch

Das op. 73 von Reger, die „Introduktion, Variationen und Fuge“, bekannt kurz als „Fis-moll-Variationen“, sind ein unter Musikkennern geradezu legendäres Werk, das nur äußerst selten live im Konzert zu erleben ist – noch seltener auf einer dafür wirklich geeigneten Orgel. Die schier unerschöpflichen harmonischen Klangfarben und der grandiose architektonische Aufbau des Werkes verlangen nach einem ebenso grundtönigen wie brillanten und kraftvollen Orgelwerk in einer guten Konzertakustik. Sind diese Voraussetzungen, wie mit der weithin bekannten Klais-Orgel der Christuskirche Karlsruhe vorhanden, erschließt sich dem aufmerksamen Hörer eine tief emotionale Musik, die Herz und Hirn gleichermaßen anspricht.

Reger selbst gab nur ungern Erläuterungen zu dem Werk, das im Jahre 1903 „aus einer recht wehmütigen Stimmung heraus geboren“ wurde, da er es als ‚Pose‘ empfand, mit seinen „Stimmungen und Empfindungen“ zu protzen. Die  Fis-moll-Variationen gehören zu Regers ausdrucksstärksten Orgelwerken, man spürt, dass er sich hier nicht, wie sonst so oft, hinter einem Choralthema oder einem ‚fremden‘ Variationsthema (Mozart-Variationen etc.) quasi versteckt. 

Ergänzend zu Regers Summum Opus erklingt, ebenfalls in Fis-moll, die 3. Symphonie von Louis Vierne, 1912 entstanden. Außer der Tonart und einer ernsten Grundstimmung verbindet nicht viel die beiden Werke. Während Max Reger eine ganz nach innen gewendete Musik schreibt, in der jede Note unverwechselbar an ihrem Platz steht, scheut Louis Vierne, drei Jahre älter als Max Reger, nicht die äußerliche Geste und musikantische Wendung, was aber die Eindrücklichkeit der Symphonie mit ihrem ganz klassischen Aufbau, einem humorvollen Scherzo und einem wirkungsvollen Finalsatz nicht mindert.

Das Werk erklingt in der Reihe Faszination Orgel am Volkstrauertag, 17. November 2019, 18.00 Uhr in der Christuskirche Karlsruhe an der Klais-Orgel. Eine Einführung in die Werke des Abends durch Carsten Wiebusch erfolgt eine Stunde vor Konzertbeginn um 17.00 Uhr auf der Orgelempore. Im Anschluss gibt es noch die Möglichkeit des Austausches bei Brezeln und Getränken.

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